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Digitalsysteme Drucken

Seit Beginn der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts sind verschiedene Digitalsysteme entwickelt worden: Die ersten Systeme waren Selectrix® (bekannt geworden durch die Firma Trix), FMZ – Fleischmann-Mehrzug-Steuerung der Firma Fleischmann und MM – Motorola® der Firma Märklin. In den 90er Jahren kam das DCC-System hinzu, in 2004 löste im Hause Märklin das Mfx®-System das veralterte MM-System ab.

 

Hier ein kurzer Überblick über die beiden Datenprotokolle, die wir bei rautenhaus digital® verwenden - 

Selectrix® (Basis des RMX- und SX-Classic-Systems von rautenhaus digital®) und DCC (ins RMX-System von rautenhaus digital® intelligent integriert (d.h. gleichbleibende Geschwindigkeit des Selectrix-Systems bleibt erhalten)):

 


Selectrix® (Basis des RMX- und des SX-Classic-Systems von rautenhaus digital®)

Das Selectrix®-Digitalformat wurde - wie gesagt - Anfang der 80er-Jahre als eines der ersten Digitalsysteme für Modelleisenbahnen entwickelt. Es ist im Gegensatz zum DCC-Format vollständig genormt. Damit sind sämtliche Komponenten aller Hersteller uneingeschränkt kompatibel zueinander! Das bedeutet für Sie große Flexibilität und geringe Bindungsnotwendigkeit an einen Hersteller.

 

Funktionsweise

Das Selectrix®-Digitalformat bringt als einziges digitales Modellbahnsteuerungssystem der Welt den Faktor Zeit mit ins Spiel, denn es arbeitet nach einem festen Ablaufschema bei einem festgelegten Zeittakt. Dabei werden immer die Informationen aller Adressen (egal ob genutzt oder ungenutzt) gesendet. Das hat zur Folge, dass jeder „Durchgang“ gleich lang – genau 76,8 ms – dauert. Somit werden alle Informationen, ganz gleich wie stark das System ausgenutzt wird, ca. 13 Mal pro Sekunde übertragen.

 

Diese Funktionsweise hat mehrere Vorteile:

Das System bleibt immer genau gleich schnell. Damit ist beim Selectrix®-System (und nur hier) eine Weg- / Zeitberechnung möglich. Das bedeutet, dass ein angeschlossener Computer nicht nur berechnen kann, wie lange eine bestimmte Lok in einer bestimmten Geschwindigkeit für z.B. 100 cm braucht, sondern dass er im richtigen Moment die Signale zum Bremsen und Anhalten geben kann. Damit ist ein punktgenaues Anhalten von Zügen vor Signalen mit bis zu 1/4 der bei anderen Digitalsystemen nötigen Rückmeldedecoder möglich (Das Selectrix®-System braucht in einem z.B. Bahnhofsgleis nur einen Kontakt für Bremsen und Anhalten in beide Richtungen. Andere Systeme brauchen je einen Kontakt zum Bremsen und zum Anhalten je Richtung - zusammen 4 Rückmeldungen). Das Selectrix®-Digitalformat bringt damit durch seine konstante Geschwindigkeit eine enorme Ersparnis für Ihren Geldbeutel.

 

Ein weiterer Vorteil der sehr schnellen Wiederholungsrate ist es, dass eine Lok ihre Information sehr schnell erneut bekommt, wenn durch den störanfälligen Rad-Schiene-Übertragungsweg der Decoder nicht die ganze Information beim ersten Mal „lesen“ konnte. Überfahrene Signale sind somit praktisch ausgeschlossen. 

 

Als Nachteil kann genannt werden, dass das Selectrix-Digitalformat nicht erweiterbar ist. Diesen Nachteil bekommen Sie aber nur dann zu spüren, wenn Sie mehr als 112 Lokomotiven und 1792 Weichen, Signale o.ä. gleichzeitig einsetzen möchten.

 

Lokomotiven steuern mit Selectrix®

Die Selectrix®-Zentrale sendet alle Informationen – gleich ob an Lokomotiven oder an Weichen, Signale o.ä. – über einen bestimmten Kabelstrang, den sog. SX-Bus. Alle Informationen dieses SX-Busses stehen auch am Gleis und damit den Lokomotiven zur Verfügung. Wie bei anderen Systemen brauchen Sie zur Steuerung von Lokomotiven lediglich eine Zentrale incl. Verstärker und ein Fahrpult. Bis zu 112 Lokomotiven können Sie so gleichzeitig steuern.

 

Weichen, Signale o.ä. schalten mit Selectrix®

Auch sämtliche Informationen für alle Weichen, Signale o.ä. werden über den SX-Bus gesendet und von Decodern erkannt. Diese Digitaldecoder werden sowohl an die Weichen, Signale o.ä. als auch direkt an den SX-Bus der Selectrix®-Zentrale angeschlossen. Bis zu 1792 Weichen, Signale o.ä können Sie so schalten.

 

Rückmeldungen mit Selectrix®

Im Selectrix®-System ist es jedem Gerät am SX-Bus erlaubt, die aktuelle Information zu überschreiben und damit (über die Zentrale) die Information dauerhaft zu verändern. Damit ist die Möglichkeit für  Rückmeldungen (z.B. wo sich ein bestimmter Zug gerade befindet; dass ein Zug gerade einen (Reed-)Kontakt ausgelöst hat o.ä.) im Selectrix®-Digitalformat im Gegensatz zu anderen Digitalsystemen quasi integriert.

 

 

DCC (Digital Command Control) nach NMRA (National Model Railroad Assocition)

(ins RMX-System von rautenhaus digital® intelligent integriert)

Das DCC-Digitalformat ist das jüngste aller Digitalsysteme. Es umfasst 10239 Adressen für Lokomotiven und 2048 mögliche Schaltadressen für Weichen, Signale o.ä. Jede Lok können Sie mit bis zu 128 Fahrstufen und etlichen Sonderfunktionen (Licht, Horn etc.) ansteuern.

 

Funktionsweise

Im Gegensatz zum Selectrix®-System werden von der DCC-Zentrale genau so viele Informationen gesendet, wie gerade benötigt werden. Das bedeutet, dass bei wenigen Informationen an Loks und Weichen ö.ä. die Wiederholungsrate sehr hoch ist, mit steigendem Informationsvolumen diese Wiederholungsrate aber zunehmend abnimmt. (Je mehr Informationen gesendet werden müssen, desto länger dauert es, bis die Zentrale „einmal durch“ ist und wieder von vorne anfangen kann.)

 

Der Vorteil dieser offenen Protokollstruktur ist es, dass Sie (nahezu) beliebig viele Lokomotiven und Schaltartikel ansteuern können.

 

Der Nachteil besteht zum einen darin, dass Informationen bei zunehmendem Umfang Ihrer Modellbahnanlage immer langsamer ankommen. Für wichtige Informationen zur Lok (z.B. zum Anhalten) kommt außerdem (wie bei allen Systemen) der störanfällige Rad/Schiene-Übertragungsweg erschwerend dazu, so dass die Lok u.U. erst (zu) spät reagiert.

Zum Anderen ist durch die sich ständig ändernde Wiederholungsrate eine Weg-/ Zeitberechnung, wie sie beim Selectrix-System möglich ist (s.o.), zum Anhalten von Lokomotiven nicht möglich. Das erfordert bis zu 4 Mal mehr Rückmeldekomponenten und ergibt damit für Sie erheblich höhere Kosten.

 

Lokomotiven steuern mit DCC

Wie beim Selectrix®-System werden die Informationen für die Lokomotiven über das Gleis gesendet. Dazu brauchen Sie lediglich eine Zentrale incl. Verstärker und einen Fahrregler (teils in einem Gerät vereint).

 

Weichen, Signale o.ä. schalten mit DCC

Im Gegensatz zum Selectrix®-System werden im DCC-Digitalformat auch die Informationen für alle Weichen, Signale o.ä. über das Gleis gesendet. Die entsprechenden Digitaldecoder werden direkt an den Gleisausgang der DCC-Zentrale angeschlossen. Jede Weiche, jedes Signal o.ä. bekommt eine von maximal 2048 Adressen.

 

Rückmeldungen mit DCC

Im Gegensatz zum Selectrix®-System ist das Melden (z.B. wo sich ein bestimmter Zug gerade befindet; dass ein Zug gerade einen (Reed-)Kontakt ausgelöst hat o.ä.) unter DCC nicht genormt. Das hat zur Folge, dass nahezu jeder Hersteller sein eigenes Rückmeldesystem entwickelt hat, meist nicht mit den anderen kompatibel.



 

Selectrix® ist ein eingetragenes Warenzeichen der Fa. Märklin & Cie, Göppingen
rautenhaus digital® ist ein eingetragenes Warenzeichen der Fa. rautenhaus digital-Vertrieb, Willich