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Digitale Modellbahntechnik Drucken

Damit Sie die Stärken und Möglichkeiten digitaler Modellbahntechnik richtig einschätzen können, zunächst ein Blick auf die traditionelle, analoge Modellbahnsteuerung:

 

 

Analogbetrieb

Lokomotiven werden im Analogbetrieb Schienenbezogen gesteuert. Das bedeutet, dass die Höhe der Fahrspannung eines Trafos unmittelbar die Höhe der Geschwindigkeit der Lokomotive bestimmt – keine Spannung am Gleis bedeutet Stillstand. Die Lok- und Wagenbeleuchtungen (von einigen Kunstschaltungen einmal abgesehen) leuchten je nach Spannung unterschiedlich stark bzw. gar nicht, was sich gerade bei stehenden Zügen am Bahnsteig als äußerst schade erweist.

Des Weiteren ist es nur durch das Einrichten von mehreren, voneinander unabhängigen Stromkreisen möglich, mehrere Lokomotiven unabhängig voneinander zu steuern (pro Stromkreis eine Lokomotive), da alle Lokomotiven in einem Stromkreis dasselbe machen.

Wollen Sie das verhindern, müssen Sie Lokomotiven auf einem vorher festgelegten Gleisabschnitt (z.B. vor einem Signal oder auf einem Abstellgleis) stromlos schalten, was automatisch zum Erlöschen der Beleuchtung führt.

 

Weichen, Signale u.ä. müssen Sie im Analogbetrieb einzeln über Kabel direkt mit dem Stellpult am Bedienerplatz verbinden, was mitunter zu sehr vielen langen Kabelsträngen führt.

 

 

Digitalbetrieb

Die digitale Modellbahntechnik revolutionierte Anfang der 80er Jahre die Modelleisenbahnsteuerung, indem sie die Schienenbezogene Steuerung durch eine Lokbezogene Steuerung ersetzte und so die Einschränkungen analoger Steuerung überwand.

 

Lokomotiven können Sie im Digitalbetrieb völlig unabhängig voneinander auf einem Gleis steuern, weil im Digitalbetrieb kein direkter Zusammenhang zwischen Schienenspannung und der Lokgeschwindigkeit besteht. Dadurch ist es möglich, dass an der Schiene immer die volle Spannung anliegen kann und auf diese Weise Lok- und Wagenbeleuchtungen immer (auch bei Stillstand des Zuges) voll leuchten können.

Da alle Lokomotiven völlig unabhängig voneinander gesteuert werden können, können sie auch ohne stromlose Gleisabschnitte abgestellt werden. Ebenso können Sie die Lok- und Wagenbeleuchtungen (sowie evtl. weitere sog. Sonderfunktionen wie Horn o.ä.) immer wieder nach Wunsch an- und ausschalten. Damit steht Ihnen eine echte Mehrzugsteuerung mit ungekannten Freiheiten zur Verfügung.

 

Weichen, Signale u.ä. müssen Sie statt mit dem zentralen Stellpult nur noch mit einem sog. Decoder verbinden, der ganz in der Nähe installiert wird. Damit vermeiden Sie viele lange Kabelstränge.

 

Erreicht werden die genannten Vorteile durch sog. digitale Informationen, die von einer sog. Digitalzentrale gebildet (generiert) und dann mit Hilfe einer rechteckförmigen Wechselspannung in das Gleissystem und/oder in einen sog. Signal-Bus geleitet werden. Alle Lokomotiven, Wagen, Weichen, Signale usw. erkennen über einen (bei Loks) eingebauten  bzw. (bei Weichen, Signalen o.ä.) angeschlossenen Decoder, ob es für sie Informationen gibt. Ist ihre sog. Adresse angesprochen, befolgen sie ihren Befehl (z.B. beschleunigen, Licht aus, Weiche umschalten, Signal auf rot usw.).

 

 

Mischbetrieb

Ganz nach Belieben können Sie Analog- und Digitalbetrieb mischen. Zwei Arten sind möglich:

Lokomotiven analog steuern – Weichen usw. digital schalten

Lokomotiven digital steuern – Weichen usw. analog schalten.

Die erste Möglichkeit wird selten genutzt. Die letztere können Sie vor allem dann in Erwägung ziehen, wenn Sie bereits eine Anlage haben und Ihnen ein Komplettumbau zu aufwendig erscheint, Sie die Vorteile der unabhängigen Loksteuerung aber nicht missen wollen.

 

 

Computersteuerung

Über ein sog. Interface können Sie die digitale Modellbahnanlage mit einem Computer verbinden. Durch die Verwendung eines geeigneten Softwareprogramms können sowohl Lokomotiven gesteuert als auch Weichen, Signale, Gleisbildstellwerk usw. geschaltet werden. Mit Hilfe von Rückmeldebausteinen (sog. Besetztmeldern) können Sie so Ihre Anlage auf Wunsch teilweise oder komplett automatisieren.


 

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